Punkt für Punkt zur Ruhe kommen

Punkt für Punkt zur Ruhe kommen

Was ist Dot Painting?

Dot Painting (übersetzt Punktmalerei) ist eine langsame und stille Kunst, mit einem meditativen und achtsamen Charakter. Das Motiv entsteht aus vielen Farbtupfern. Mit einem Punkt fängt alles an und viele einzelne Punkte ergeben ein Gesamtbild.

Ursprünglich wurde mit Naturpigmenten und Erdfarben gemalt, die mit einem Grashalm oder kleinen Zweigen auf Baumrinden oder Steinen aufgetragen wurden.

Heute verwendet man Pinsel, Rundholzstäbchen, Zahnstocher, Stecknadeln, spezielle Dotting Tools und Acrylfarbe.

Man kann der Form- und Farbgestaltung freien Lauf lassen oder aber auch mit Schablonen, Zirkel und Lineal symmetrische Mandalas anfertigen.

Der Ursprung der Punktmalerei

Die Punktmalerei entstammt der traditionellen Zeichen- und Maltechnik der australischen Aborigines. Deren Elemente sind hauptsächlich Punkte, Kreise, Spiralen, Streifen und Ornamente. Die so gefertigten Bilder sind quasi die Geschichtsbücher der Ureinwohner und mittels Punkte wurden bewusst Zeichen und Symbole gekonnt getarnt und verschleiert.

Erst in den 70er Jahren begannen die Aborigines die Geschichten ihrer Vorfahren und Traditionen auf Leinwänden auszudrücken und festzuhalten. Auf den Bildern finden sich Landschaften, Pflanzen und Tiere und wie bereits erwähnt, auch sehr oft versteckte Hinweise zu Geheimnissen, Ritualen und Mythen ihrer Schöpfungsgeschichte. In ihrer Kunst malen sie, was die Wesen der Traumzeit einst erschaffen haben, damit dies nicht in Vergessenheit gerät.  

Kurz zusammengefasst hat der Begriff „Traumzeit“ (engl. Dreamtime) nach dem Verständnis der Aborigines zwei Bedeutungsebenen. Einerseits ist er historisch gemeint und verweist auf lange Vergangenes. Andererseits ist sie eine Art metaphysische Parallelwelt und begründet die ungeschriebenen Gesetze, nach denen die Aborigines leben.

Meine Erfahrung und meine Gedanken dazu

Im Malprozess versinke ich in die Welt der Pünktchen und die Gedanken des Alltags treten in den Hintergrund. Die Atmung verlangsamt sich und Körper und Geist entspannen.  Meinem Empfinden nach zentriert das Malen und man kann förmlich spüren wie die Seele ins Gleichgewicht gebracht wird.

Das Bild erwächst Punkt für Punkt. Nur selten habe ich eine genaue Vorstellung davon, wie das fertige Werk aussehen soll. Das Ergebnis erstaunt mich immer wieder.

Eine wichtige Voraussetzung bei der Punktmalerei ist das Ablegen des Perfektionismus. Es ist unmöglich, die Punkte immer in der gleichen Beschaffenheit und im gleichen beabsichtigten Abstand zu platzieren. Dies war zunächst meine größte, aber auch einzige, Herausforderung. Mittlerweile habe ich mich mit dem perfekt Unperfektem angefreundet und sehe über Unregelmäßigkeiten gelassen hinweg. So wie ich mich mittlerweile auch in meinem Leben bereits von so einigen perfektionistisch geprägten Gedanken getrennt habe.

Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, wie durch die Einheit aller Punkte ein Gesamtbild entsteht. Dahingehend ergibt sich für mich ein Vergleich mit der Menschheit. Aus meiner Sicht stellt jeder Mensch auf der Erde einen Punkt mit einer gewissen Bedeutung und Aufgabe dar und steht dabei mit allen anderen Lebewesen (Punkten) in einer Verbindung und ist immer unverzichtbarer Bestandteil des großen Ganzen (Werkes).

Deshalb ist es auch möglich, dass wir Menschen als winzige Punkte im Universum, durch unser Tun und Denken das Weltendasein auf jegliche Art beeinflussen können.

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Liebe,

Eure Alessa

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